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Monika Röth (monika), 24.07.2012

Zweiter Halbjahres- Hörspielplan 2012 von WDR ist da

Es ist (fast) so weit: ENDE. Mit seinem Programm- Slogan greift das WDR-Hörspiel auf, was allenthalben beschworen, gefürchtet oder herbeigesehnt wird. Glaubt man dem Maya-Kalender oder der allgemeinen Stimmungslage, so steht es – mal wieder – unmittelbar bevor: das Ende des Systems, des Gleichgewichts, der Welt.

Aber was wäre eine Geschichte ohne Ende – sei es ein gutes, ein tragisches, oder auch nur ein leises? Nicht nur in der aktuellen Befindlichkeit, auch in der künstlerischen Produktion ist das ENDE ein ebenso heikler wie notwendiger Punkt. Das WDR-Hörspiel nutzt die Gunst der Stunde. Denn solange man von ihm erzählen kann, ist es noch nicht da, das ENDE.

Schorsch Kamerun sucht in seinem Hörspiel „Kann mir nicht vorstellen, dass es weiter geht“ nach Auswegen aus dem reinen Enttäuschungsreflex. Sibylle Berg lässt in „Ende gut“ ihre Helden gerade noch mal davonkommen – das Happy End im wahren Leben bleibt immer nur ein vorläufiges. Mit ihrer „Neuschwabenland-Symphonie“ widmen sich Andreas Ammer und FM Einheit apokalyptischen Phantasmen, die ebenso schwül wie eiskalt sind. Und während „Apokalypse H-Null“ die Welt im Modelleisenbahn-Format untergehen lässt, so wird in „Heile Welt“ auf das Weltende im ganz großen Stil spekuliert – mit dem Risiko jeder Spekulation: dass sie nicht zutrifft.

Cage 100 heißt die Reihe, mit der das WDR 3 Studio Akustische Kunst den 100. Geburtstag des Klangkünstlers und Komponisten John Cage feiert – mit Produktionen, die von Cage selbst oder ausgehend von seinen Konzepten für den WDR-Hörfunk realisiert wurden. Denn für diesen künstlerischen Grenzgänger war das Radio nicht nur ein Ausstrahlungsweg, sondern Instrument und künstlerisches Produktionsmittel.

Eine Phantasiegestalt, die seit hundert Jahren erfolgreich durch die Populärkultur geistert, wird in einem Live-Hörspiel zum Leben erweckt: Fantômas. Der ebenso skrupellose wie geniale Schurke, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts für einen Groschenroman erfunden wurde, verkörperte die bürgerlichen Ängste, wie sie sich auch heute wieder Bahn brechen: Nichts ist sicher, alles ist dem Untergang geweiht. Dabei ist der legendäre Verbrecher ohne Gesicht prädestiniert für die akustische Illusion. Das Hörspiel „Fantômas!“ wird am 9. September beim WDR 5 Radiotag vor Publikum aufgeführt und live gesendet.

Auch dieser Spielplan des WDR stellt das Hörspiel als eigene Kunstform des Radios heraus – des Radios, das sich als aktuelles Medium versteht, weshalb sich auch die „Radiokunst“ in regem Austausch mit der gegenwärtigen Wirklichkeit befindet und sich auf künstlerische Weise mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Diskursen auseinandersetzt.

Der neue Hörspielkatalog kann bei WDR.de auf den Unternehmensseiten unter Infomaterial heruntergeladen (http://bit.ly/9A9waB), per E-Mail unter aboservice@wdr-radiobroschuere.de für fünf Euro pro Ausgabe bestellt oder kostenlos in allen WDR-Funkhäusern bezogen werden.

Monika Röth (monika)
e-mail: mroeth@audiobooks.at

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